Aktuelle Infos

In dieser Rubrik finden Sie Wissenswertes, Experteninfos und vieles mehr zum Thema „Streuobstwiesen“, wertvolle Tipps zu deren Pflege, dem Bestandsschutz oder vorsorglichen Wintervorbereitungen sowie der Biodiversität und Artenvielfalt auf Streuobstwiesen.


Vermarktung von Streuobstprodukten stand im Mittelpunkt der landesweiten
2. Fachtagung „Rund um Streuobst“

Teilnehmer der 2. Fachtagung "Rund um Streuobst" © Eva Lisges
Teilnehmer der 2. Fachtagung "Rund um Streuobst" © Eva Lisges

Etwa 75 Engagierte trafen sich am 11. Januar 2020 im Bildungsforum "Schule, Natur und Umwelt" im Rombergpark Dortmund um sich fortzubilden und auszutauschen.

„Will man die Streuobstwiesen in einem größeren Umfang erhalten, als es allein über Leidenschaft und Ehrenamt möglich ist, kommt die Wirtschaftlichkeit ins Spiel“, so Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. „Die Erzielung von Einnahmen gibt Anreiz, hochstämmige Obstbäume zu beernten und als Voraussetzung dafür diese auch zu pflegen. So verbindet sich die nachhaltige Produktion von gesunden Lebensmitteln mit der Erhaltung eines ökologisch sehr wertvollen Kulturlebensraums“.

Mehrere Vorträge zeigten beispielhaft Möglichkeiten auf, Streuobst erfolgreich zu vermarkten. Karin Rietman, Projektkoordinatorin Obstwiesenschutz des NABU Münster, stellte die Tafelobstvermarktung auf dem Wochenmarkt in Münster vor. Der vielfältige Geschmack, die Regionalität und die Form der Produktion auf Streuobstwiesen stellen dabei für ihre Kunden ebenso eine Kaufmotivation dar wie Kindheitserinnerungen und gesundheitliche Aspekte. Klaus Schulte von der Sauerland Obst GbR war einer der ersten in einer weiteren Region, der sich gemeinsam mit einem Mitstreiter vor 15 Jahren eine mobile Saftpresse angeschafft hat und stellt nun im Lohn Saft für Obstwiesenbesitzer, aber auch für Initiativen zum Weiterverkauf her. Obstbrände sind eine weitere, weniger verbreitete Alternative, Streuobst zu verarbeiten, mit der man noch weitere Kundenkreise erschließen kann. Klaus Wurm, Märkische Spezialitätenbrauerei, stellte die Herstellung von Streuobst-Bränden im Lohn vor.

„Streuobstwiesen und -weiden sind oft rund um die Bauernhöfe entstanden, Landwirtschaft und Streuobst gehören zusammen“, betonte Hans-Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Ruhr-Lippe. „Leider sind heute viele Bestände überaltert, hier sind Nachpflanzungen und eine fachgerechte Pflege dringend erforderlich.“

Um die Frage, wie man Angebote und Gesuche rund um Streuobst zusammenbringt, drehte sich ein weiterer Vortrag. Eine Streuobstwiesen-Börse als Internetportal bietet hierzu auf regionaler Ebene die Möglichkeit. Bisher v.a. in Süddeutschland verbreitet, mag die Tagung den Anstoß gegeben haben, auch für verschiedene Regionen in NRW über eine Streuobstwiesen-Börse nachzudenken. Erste Erfahrungen dazu gibt es vom Niederrhein. Als Tagungsabschluss stellte Alexander Vorbeck, Schlaraffenburger Streuobstagentur, mit den Streuobstaktionsplänen eine methodische Herangehensweise zum Schutz der Streuobstwiesen vor, wie sie im Raum Aschaffenburg umgesetzt wurde. Auf eine Bestandserfassung unter praktischen Gesichtspunkten folgen gezielte Maßnahmen, wozu Pflege und Nachpflanzungen aber auch die Vermittlung brachgefallener Bestände an neue Nutzer gehören.

Die Präsentationen der Referenten können bei Eva Lisges unter Eva.Lisges@NABU-NRW.de angefordert werden.

„Viele hilfreiche Informationen“, „gute Gespräche“, wertvolle neue Kontakte zu Gleichgesinnten“, „Motivationsbringer“ waren einige Kommentare aus der Teilnehmerschaft nach der Veranstaltung, die den Erfolg der Tagung zeigen. Eine nächste Tagung ist für Ende 2020 / Anfang 2021 vorgesehen.


Postcode Lotterie unterstützt Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW

Bei der Pflanzung neuer Obstbäume © Postcode Lotterie/Wolfgang Wedel

06. April 2018 - Im August 2017 hat das vom Umweltministerium finanzierte „Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW“ seine Arbeit aufgenommen. Die Projektpartner setzen sich darin gemeinsam für Schutz, Erhalt, Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen ein. Fördergelder der Deutschen Postcode Lotterie ermöglichen nun über den bisherigen Projektrahmen hinaus landesweit Pflanzungen zusätzlicher Obstbäume. Die Pflanzung der ersten Jungbäume der alten regionalen Obssorten „Rheinischer Krummstiel“, “Keulemann“ und „Johannes Böttner“ aus diesem Zusatz-Baustein "Hochstämme für nordrhein-westfälische Streuobstwiesen" ist nun auf den Flächen des Fördervereins Obstsortenvielfalt e.V. in Wassenberg erfolgt.

Zur Neupflanzung eines Johannes Böttner-Jungapfelbaumes im Obstsortengarten in Wassenberg waren heute anwesend (v.l.): Heinz Gerd Kleinjans, Kreisgeschäftsführer des RLV, Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW, Sevil Yıldırım, Projektkoordinatorin Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW, Anna Maria Alida Hoogenboom, Geschäftsführerin der Postcode Lotterie und Wolfgang Mikysek, Förderverein Obstsortenvielfalt.

Mehr dazu unter NABU NRW

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22. Februar 2020
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29. Februar 2020 um 09:00
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29. Februar 2020 um 10:00
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29. Februar 2020 um 10:00
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06. März 2020 um 13:30
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